Alarmierend: Hygienemangel in europäischen Klin...

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Alarmierend: Hygienemangel in europäischen Kliniken

Im Krankenhaus sollten Menschen gesund gepflegt werden – nicht umgekehrt. Doch laut einer alarmierenden Studie, sterben unzählige Menschen in den Kliniken Europas an Infektionen, die sie in Krankenhäuser einfangen. Ein Drittel davon könnten durch eine bessere Hygiene vermieden werden.

In europäischen Kliniken sterben rund 91.000 Patienten im Jahr an Krankenhausinfektionen. Das ist eine erschreckende Zahl, die durch eine Studie in 30 europäischen Ländern mit 510 Millionen Einwohnern, zustande gekommen ist. Die Gründe für die hohe Infektionsrate liegen unter anderem, wenn nicht ausschließlich, an Hygienemängeln. Die Hygiene wird schlicht und ergreifend nicht streng genug durchgehalten.Die Forscher sprechen von 2,6 Millionen Infektionen, mit denen sich Patienten in einem Krankenhaus angesteckt haben. Das Anstecken mit Krankenhausviren hat seriöse Folgen. So kommt es durch eine Infizierung zu Krankheitsbildern, wie Lungenentzündung, Blutvergiftung sowie Harnwegs- und Wundinfektion. Was konkret Deutschland betrifft, so werden die Vorfälle von Krankenhausinfektionen auf 500.000 Patienten pro Jahr geschätzt. Dadurch kommt es zu rund 15.000 Todesfällen aufgrund von Infizierung mit Krankenhauskeimen.

 

Was genau ist eine Krankenhausinfektion?

Eine Infektion gilt erst dann als Krankenhausinfektion, wenn der Patient bei Ankunft in einem Krankenhaus noch nicht infiziert ist und erst ab Tag drei eine Infektion nachweisbar ist. Am ersten und zweiten Tag in einer Klinik, können die Infektionen mitgebracht sein. Deshalb werden in dieser Zeit eingefangene Infekte nicht als Krankenhausinfektionen bezeichnet. Dennoch heißt es immer noch nicht, dass ab dem dritten Tag die Schuldzuweisung ganz von allein den Klinikmitarbeitern gilt. Die Gründe, die zu einer Infektion führen, können unterschiedliche sein. Wenn Patienten invasiv behandelt werden, können beispielsweise Keime, die wir Menschen auf der Haut oder im Darm haben, in den Körper gelangen. Dabei ist hervorzuheben, dass wir alle Billionen von Bakterien tagtäglich mit uns rumtragen. Hängt ein Patient am Tropf, wird ihm ein Katheter gelegt oder wird dieser beatmet, so haben Keime ein besonders leichtes Spiel in den Körper des Betroffenen zu gelangen. So wird einer von 20 Patienten bei der Unterbringung oder während einer Operation angesteckt.

 

Ältere oder kranke Patienten sind anfälliger

Die meisten Krankenhäuser haben ihre Handhygiene verbessert. Dennoch kommt es zu sehr vielen Krankenhausinfektionen. Das liegt auch daran, dass die Patienten, die auf Allgemein- oder Intensivstationen liegen, immer älter und kränker werden und damit noch anfälliger auf Infektionen reagieren. Dringen Keime in den Körper eines gesunden Menschen ein, kann sich sein Immunsystem in der Regel dagegen wehren. So kann der Erreger einem gesunden Menschen oft nichts anhaben. Bei einem bereits kranken oder schwachen Menschen kann dieser wiederum tödliche Ursachen haben. Eine weitere Risikogruppe sind Kinder. Ihr Immunsystem kommt unter Umständen nicht gegen Bakterien an, besonders wenn es um multiresistente Erreger geht. Entsprechend ist gerade in solchen Fällen höchste Vorsicht geboten.

 

Multiresistente Erreger sorgen für Todesfälle

Pro Jahr sterben zwischen 1000 und 4000 Menschen wegen multiresistenten Erregern. Diese sind deshalb so gefährlich, weil sie resistent gegen Antibiotika sind. Sie gelangen relativ leicht in ein Krankenhaus, denn sie werden von vielen Patienten in die Klinik mitgebracht. In dem Fall ist es die Aufgabe des Managements, darauf zu achten, dass sich die anderen Patienten nicht anstecken. Auch auf diesem Gebiet hat sich in der letzten Zeit viel getan. Beispielsweise wurden Präventionsmaßnahmen initiiert, die bei Risikogruppen eingesetzt werden. Möglichkeiten zur Vermeidung von tödlichen Infektionen bestehen auch in der Antibiotika-Verordnung. Das bedeutet, dass keine Breitband-Präparate verordnet werden sollen. Denn gerade in Kliniken, wo viele Antibiotika im Umlauf sind, kommt es häufig zu vermehrten Todesfällen durch multiresistente Erreger. 


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